Eine einfache Orientierung lautet: Therapie beschäftigt sich mit psychischer Gesundheit und Belastungen. Coaching unterstützt bei konkreten Anliegen und Entscheidungen. Mediation hilft Menschen, einen Konflikt miteinander zu klären.
Die Grenzen können sich überschneiden. Deshalb ist wichtiger als das Etikett die Frage: Wo liegt das Problem gerade?
Wenn das Thema vor allem bei dir liegt

Du kreist um eine Entscheidung, möchtest ein Gespräch vorbereiten oder einen beruflichen nächsten Schritt sortieren? Dann kann Coaching passend sein. Ein seriöser Coach klärt im Erstgespräch, worum es geht und ob das Format passt.
Bleibt das Thema auch bestehen, wenn die andere Person morgen anders handeln würde? Dann lohnt sich ein Blick auf deinen eigenen Anteil und deine Bedürfnisse.
Wenn der Konflikt zwischen euch liegt
Wenn zwei oder mehr Menschen etwas miteinander klären wollen, kann Mediation helfen, denn sie schafft einen Rahmen, in dem Interessen, Konfliktpunkte und Vereinbarungen sichtbar werden. Voraussetzung ist, dass die Beteiligten freiwillig teilnehmen können und ein Mindestmaß an Sicherheit besteht.
Die Frage dazu: Würde das Problem deutlich kleiner, wenn die andere Person morgen anders handeln würde? Dann liegt ein Teil des Themas zwischen euch.
Wenn psychische Belastung im Vordergrund steht
Bei Depression, Sucht, Trauma, Selbstverletzungs- oder Suizidgedanken braucht es psychotherapeutische oder medizinische Unterstützung. Coaching und Mediation (auch keine GFK-Übungsgruppe) sind dafür kein Ersatz. Bei akuter Gefahr wähle den Notruf 112. Wenn du erst einmal reden möchtest, erreichst du die TelefonSeelsorge kostenfrei und anonym rund um die Uhr unter 0800 1110111. Für die Vermittlung eines Termins in einer psychotherapeutischen Sprechstunde ist bundesweit die Terminservicestelle unter 116117 zuständig.
Es ist kein Versagen, den passenden Rahmen zu suchen. Im Gegenteil: Gute Begleitung erkennt ihre Grenzen.
Ein Gespräch vor dem Start
Frag im Vorgespräch: Was ist der Auftrag, welche Qualifikation bringt die Person mit, und was passiert, wenn sich zeigt, dass ein anderes Format besser passt? Eine klare Antwort ist ein gutes Zeichen.
Für Konflikte im Gespräch können Konfliktgespräche moderieren, Streit eskaliert und Gewaltfreie Kommunikation erste Orientierung geben.
Über Markus Castro
Markus Castro arbeitet als Trainer und Begleiter für Gewaltfreie Kommunikation. Er versteht ein Erstgespräch auch als Klärung, ob sein Angebot wirklich der passende Rahmen ist.



