Marshall Rosenberg ist eng mit der Entwicklung und Verbreitung der Gewaltfreien Kommunikation verbunden. Für ihn war GFK mehr als eine Methode: ein Weg, das zwischenmenschliche Miteinander zu verbessern.
Worum es Rosenberg ging

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht eine einfache Frage: Wie können Menschen auch dann miteinander sprechen, wenn sie unterschiedliche Bedürfnisse, Bewertungen und Entscheidungen haben?
Die bekannte Struktur aus Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte soll dabei Orientierung geben. Sie ist kein Trick, mit dem Konflikte verschwinden. Sie kann helfen, Vorwürfe genauer zu verstehen und eigene Anliegen so auszusprechen, dass eine Antwort möglich bleibt.
Mehr als eine Gesprächstechnik
Rosenbergs Ansatz wird oft über Formulierungen gelernt. Das kann ein guter Einstieg sein, dahinter steht jedoch eine Haltung: Menschen sollen Verantwortung für ihre Gefühle und Entscheidungen übernehmen, ohne die Bedürfnisse anderer aus dem Blick zu verlieren.
Das gelingt im Alltag nicht immer, gerade deshalb ist es sinnvoll, GFK als Übung zu verstehen und nicht als Ausweis moralischer Überlegenheit.
Vorsicht bei Zitaten im Netz
Viele Sätze werden Rosenberg zugeschrieben. Manche sind verkürzt, umformuliert oder stammen von anderen Personen. Teile ein Zitat erst, wenn die genaue Quelle nachvollziehbar ist: Werk, Ausgabe, Seite oder eine verlässliche Originalaufnahme.
Diese Vorsicht gilt auch hier. Eine Zitatesammlung kann erst veröffentlicht werden, wenn jede Zuschreibung geprüft ist. Bis dahin ist ein sauber belegter Gedanke hilfreicher als ein schöner Satz ohne Herkunft.
Wo du weiter einsteigen kannst
Für die Grundlagen lies Was ist Gewaltfreie Kommunikation? und die vier Schritte der GFK. Wenn du praktisch weitermachen willst, sortiert GFK lernen: womit anfangen? die nächsten Schritte.
Über Markus Castro
Markus Castro arbeitet als Trainer für Gewaltfreie Kommunikation. Er vermittelt GFK als lernbare Praxis und achtet bei historischen Bezügen auf nachvollziehbare Quellen.


