GFK-Trainer sein, ohne sich selbst zum Projekt zu machen

Ein Trainer begleitet mehrere Erwachsene an Computern bei einer gemeinsamen Lernaufgabe.

Im Seminar stehen die Teilnehmenden im Zentrum. Das verlangt keine Selbstverleugnung. Es verlangt, die eigene Lage so gut zu kennen, dass die Gruppe sie nicht unbewusst tragen muss.

Trainerinnen und Trainer sind den Teilnehmenden als Menschen gleichwürdig. Sie haben zugleich eine andere Verantwortung. Sie beeinflussen Tempo, Aufmerksamkeit, Sicherheit und Deutung. Dieses Machtverhältnis verschwindet nicht, wenn man besonders locker auftritt.

Der Mythos vom immer präsenten Trainer

Wer eigene Erschöpfung, Angst oder Wut dauerhaft wegdrückt, wird oft enger. Dann wird eine Frage schnell als Störung erlebt, eine Übung wird zu starr durchgezogen oder die Gruppe muss die Spannung mittragen.

Die Alternative ist kein ausführlicher Selbstprozess vor dem Plenum. Aufrichtigkeit und Parken sind beides Werkzeuge. Ein kurzer Satz wie „Wir machen fünf Minuten Pause und sammeln uns neu“ kann der Gruppe dienen. Eine persönliche Geschichte, die Raum braucht, gehört an einen anderen Ort.

Struktur ist Fürsorge

Ein guter Rahmen kann entlasten: Ankommen, klare Arbeitsphasen, Pausen, freiwillige Beteiligung, Ausstiegsmöglichkeiten und ein sauberer Abschluss. Struktur schützt nicht vor jedem schwierigen Moment. Sie gibt Menschen jedoch Orientierung, wenn etwas unerwartet wird.

Das gilt besonders für Übungen mit persönlichen Themen. Trainer müssen nicht jede Offenheit fördern. Sie dürfen vereinfachen, eine Übung verändern, Grenzen setzen oder Unterstützung dazuholen.

Können zeigt sich in Störungen

Ein Training beweist sich selten an einem glatten Ablauf. Es zeigt sich, wenn jemand überfordert ist, ein Konflikt in der Gruppe entsteht oder die Energie kippt. Dann helfen Zuhören, Begrenzen und ein nächster klarer Schritt mehr als die perfekte Methode.

Für den Aufbau sicherer Lernräume lies Psychologische Sicherheit im Training, gute Trainer erkennen und Warum Trainings verpuffen.

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Video (30 Min.): GFK Trainings ohne Schulstress? Manuel Baum im Interview mit Markus Castro.

Über Markus Castro

Markus Castro arbeitet als Trainer für Gewaltfreie Kommunikation. Er versteht Leitung als verantwortliche Rolle: klar im Rahmen, aufmerksam für die Gruppe und ehrlich über die eigenen Grenzen.

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