Urteile in Bedürfnisse umwandeln: Die Kopfstand-Methode in der Gewaltfreien Kommunikation

4 Schritte|Grundlagen

Die Herausforderung der Urteile in der Kommunikation Im täglichen Leben begegnen wir oft Urteilen, seien es unsere eigenen oder die anderer. Diese Urteile können Barrieren für Verständnis und Mitgefühl aufbauen und uns von den eigentlichen Bedürfnissen ablenken, die hinter unseren Aussagen liegen. Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) bietet uns handfeste Werkzeuge, um diesen Urteilen empathisch zu begegnen und die Gespräche in Richtung Verständnis umzulenken.

Was meinen wir mit Urteilen und wie beeinflussen sie uns? Urteile kommen in vielen Formen und können tief in unseren Gedanken und unserer Sprache verwurzelt sein. Sie basieren auf unseren moralischen Werten, Normen oder auf Vergleichen mit anderen. Häufig sind sie negative Bewertungen von Verhaltensweisen oder Charakterzügen, die die Kommunikation erschweren und Konflikte verschärfen können. Immer wenn ich jemandem ein Label aufdrücke („Er ist halt faul“), andere für meine Gefühle verantwortlich mache („Ich fühle mich von dir nicht ernst genommen“) oder Du-Botschaften benutze („Du hörst mir nicht zu“) bin ich mit meinen Urteilen verbunden und weit weg von meinen Bedürfnissen.

Solange ich auf diese Art und Weise kommuniziere, werde ich kaum auf Verständnis stoßen. Zum Glück gibt es einen einfachen Weg, von diesen Urteilen auf unsere Bedürfnisse zu stoßen.

Die Kopfstand-Methode zur Umwandlung von Urteilen Die Kopfstand-Methode ist eine kraftvolle Technik aus der GFK, die uns dabei unterstützt, Urteile in positive Bedürfnisse zu verwandeln. Indem wir einen metaphorischen „Kopfstand“ machen, können wir die positive Absicht oder das Bedürfnis erkennen, das hinter einem Urteil steht.

Anleitung zur Anwendung der Kopfstand-Methode

  1. Identifiziere das Urteil oder die Bewertung.
  2. Wenn es sich um unerwünschtes Verhalten handelt, stelle dir das Gegenteil vor: Welches Verhalten wünschst du dir stattdessen?
    Bei moralischen Urteilen: Was wäre die positive Version davon – wovon möchtest du mehr?
  3. Frage dich, welche Bedürfnisse dadurch erfüllt würden.

Praktische Übung mit der Kopfstand-Methode Es ist hilfreich, die Kopfstand-Methode an realen Beispielen zu üben. Stelle dir eine Situation vor, in der du oder jemand anders ein negatives Urteil fällt. Verwende die Methode, um das positive Bedürfnis zu identifizieren. Wie würde dies die Situation verändern?

In diesem Arbeitsblatt kannst du mit ein paar fiktiven Situationen die Methode üben.

Falls du keine Idee hast, was das zugrundeliegende Bedürfnis sein könnte, schau dir unseren Artikel zu Bedürfnissen in der GFK an.

Integration der Kopfstand-Methode in den Alltag Durch das regelmäßige Üben der Kopfstand-Methode kannst du lernen, schnell und effektiv hinter die Oberfläche der Urteile zu blicken und die tatsächlichen Bedürfnisse zu erkennen. Dies verbessert nicht nur die eigene Kommunikation, sondern kann auch zu tieferem Verständnis und besseren Beziehungen führen.

Möchtest du deine Kommunikationsstrategien verbessern und lernen, Konflikte durch die Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation zu lösen? Sieh dir unsere Jahresausbildung an, um deine Kenntnisse zu vertiefen.

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